Sinusboden-Elevation

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Nach dem Verlust eines oder mehrerer Prämolaren oder Molaren ist die Knochenhöhe im Oberkiefer-Seitenzahnbereich häufig nicht ausreichend für eine Implantationinsertation. Eine Sinusboden-Elevation generiert mehr Knochenhöhe, entweder über einen transkrestalen Ansatz oder durch ein laterales Fenster.

 

Die Augmentation kann vor der Implantatinsertion (zweizeitige Operation) oder gleichzeitig (einzeitige Operation) durchgeführt werden. Der Restknochen im posterioren Oberkiefer sowie die Sinusanatomie sind massgeblich für die Wahl der Technik (lateral/krestal) und den Zeitpunkt der Implantation (einzeitige/zweizeitige Operation). Die folgende Auflistung zeigt eine vereinfachte Zusammenfassung der aktuellen Richtlinien1.

Restknochenhöhe >10 mm (Klasse A)

  • Klassisches Implantatverfahren

Restknochenhöhe 7-9 mm (Klasse B)

  • Osteotomtechnik
  • Sofortimplantation

Restknochenhöhe 4-6 mm (Klasse C)

  • Laterale Antrostomie
  • Knochenersatzmaterial
  • Sofortige oder verzögerte Implantatinsertion

Restknochenhöhe 1-3 mm (Klasse D)

  • Laterale Antrostomie
  • Knochenersatzmaterial
  • Verzögerte Implantatinsertion


Allgemeine Bemerkung: Die Sofortimplantation wird nicht empfohlen bei einer Restknochenhöhe <4 mm oder schlechter Knochenqualität.

Die hohe Zuverlässigkeit von Geistlich Biomaterialien für diese Indikationen wurde in zahlreichen Studien zur Sinusboden-Augmentation gezeigt6-9. Die Studienlage zeigt, dass xenogene Materialien bei dieser Indikation zu besseren Resultaten führen als autogene Knochenchips.10

Die Applikation einer Membran wie etwa Geistlich Bio-Gide® erhöht die Implantatüberlebensrate signifikant11. Geistlich Bio-Gide® kann auch eingebracht werden, um eine perforierte Schneidersche Membran während der Operation und Heilung zu schützen.8
 

 

Alternativen zur Sinusboden-Elevation

Sowohl eine Ridge Preservation als auch kurze Implantate können als Alternative zur Sinusboden-Elevation angesehen werden. Die Ridge Preservation direkt nach der Zahnextraktion ist ein minimal-invasiver Ansatz, der den Erhalt von >90% des Knochenvolumens im Seitenzahnbereich ermöglicht.9 Nach der Ridge Preservation kann die Standardimplantation in der Regel ohne zusätzliche Knochenaugmentation durchgeführt werden.10
Auch wenn lange Implantate als die beste Option angesehen werden, können kurze Implantate (<10 mm) eine gute Alternative sein. Fortschritte in der Oberflächengeometrie und -textur haben die Kontaktfläche zwischen Knochen und Implantat vergrößert, was zu einer verbesserten Primärstabilität und einer langfristigen Osseointegration führt.11
Kurze Implantate sind jedoch mit gewissen Einschränkungen verbunden, beispielsweise einem ungünstigen Kronen-Implantat-Verhältnis, einer schlechten Ästhetik im anterioren atrophischen Oberkiefer und schwieriger Plaquekontrolle. Darüber hinaus erhöht sich durch den reduzierten Knochen-Implantat-Kontakt in Fällen mit marginalem Knochenverlust das Risiko eines Implantatversagens.12
 

Mehr als 300 Studien zur Sinusboden-Augmentation mit Geistlich Biomaterialien dokumentieren, wie gut untersucht Geistlich Produkte in dieser Indikation sind.13


Referenzen:

  1. Jensen OT, et al.: International J Oral Maxillofac Impl 1998; 13 Suppl: 11-45.
  2. Valentini P, Abensur D: Int J Periodontics Restorative Dent 1997; 17(3): 232-41.
  3. Valentini P, et al.: Int J Periodontics Restorative Dent 2000; 20(3): 245-53.
  4. Traini T, et al.: J Periodontol 2007; 78(5): 955-61.
  5. Valentini P, et al.: Clin Oral Implants Res 1998; 9(1): 59-64.
  6. Aghaloo TL, Moy PK: Int J Oral Maxillofac Implants 2007; 22: 49-70.
  7. Pjetursson BE, et al.: J Clin Periodontol 2008; 35 (Suppl. 8): 216-40.
  8. Alayan J, Ivanovski S: Clin Oral Implants Res 2018; 29(2): 248-62.
  9. Rasperini G, et al.: Int J Periodontics Restorative Dent 2010; 30(3):265-73.
  10. Weng D, et al.: Eur J Oral Implantol 2011 ; 4 (Suppl): 59-66.
  11. Jain N, et al.: J Clin Diagn Res 2016; 10(9): Ze14-ze17.
  12. Palacios JAV, et al.: Clin Oral Investig 2018; 22(1): 69-80.
  13. Pubmed February 2017. Search term “Bio-Oss” and “Sinus”.

 

 

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Verena Vermeulen
Scientific Communication Manager