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22. Juli 2015

Neue Technik ersetzt „Riesentransplantate“

Grosse Defekte bedürfen grosser Transplantate? Nicht immer. Eine neue Technik kombiniert clever autologes Gewebe und Kollagenmatrix.

Im Fall von Weichgewebedefiziten nach umfangreichen Knochenaugmentationen werden oft riesige autologe Weichgewebetransplantate aus dem Gaumen verwendet: entweder freie Schleimhauttransplantate oder Bindegewebetransplantate. Ihre Entnahme ist schmerzhaft, da im Gaumen grosse Wundflächen entstehen.


Schmales Transplantat liefert Zellen in die Matrix

Prof. Istvan Urban, Ungarn und USA, hat eine prospektive Fallserie zu einer Alternativmethode publiziert1. Darin verwendet er nur ein schmales freies Schleimhauttransplantat von ca. 2-3 mm Breite und kombiniert es mit der Kollagenmatrix Geistlich Mucograft®. Die Idee dahinter: Das autologe Transplantat, apikal der Kollagenmatrix parallel platziert, sorgt dafür, dass die Kollagenmatrix durch neues keratinisiertes Gewebe ersetzt wird, statt durch die nicht-keratinisierenden Zellen der Mucosa.


6.33 mm gewonnen

Nach einem Jahr waren durchschnittlich 6.33 mm keratinisiertes Gewebe gewonnen. Der Schmerzmittelgebrauch sowie die vom Patienten rapportierte Morbidität waren sehr gering.


Details der Fallserie:

Einschluss: 20 Patienten mit mindestens einer Stelle ohne keratinisiertes Gewebe in Verbindung mit reduziertem Vestibulum

Primärer Endpunkt: Verbreiterung des keratinisierten Gewebes nach 12 Monaten

Sekundäre Endpunkte: Schrumpfung des Transplantats, Morbidität nach 1 und 2 Wochen (Schmerzmittelgebrauch plus Messung mittels visueller Analogskala)

Evaluation: 12 Monate nach dem Eingriff

  

Referenz:
1. Urban IA, et al.: Int J Periodontics Restorative Dent 2015; 35(3): 345-53.