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30. Juni 2015

Geistlich an der Europerio: Innovativ-minimalinvasiv

Wie weit lässt sich auf autologes Knochen- und Weichgewebe derzeit verzichten? Weiter als manch einer denkt – sogar bei grossen Knochen- und Weichgewebeaufbauten.

Prof. Christoph Hämmerle und Prof. Istvan Urban zeigten innovative Ansätze zur Augmentation mit Biomaterialien im ausgebuchten Geistlich Symposium an der Europerio London.


Matrix statt Bindegewebe

„Würde man den Patienten zwischen zwei gleichwertigen Varianten die Wahl lassen, dann würden sie die schmerzfreiere Variante wählen“, sagte Prof. Christoph Hämmerle von der Universität Zürich, Schweiz. In seiner Abteilung untersucht man derzeit intensiv die Möglichkeit, für Weichgewebeaufbauten statt eines Bindegewebetransplantats eine neuartige formstabile 3D-Kollagenmatrix zu verwenden. Diese Matrix soll das Gewebe signifikant verdicken und somit für Indikationen wie die Weichgewebeaugmentation rund um Implantate einsetzbar sein. Erste Ergebnisse einer aktuellen Studie zeigten ebenso gute Ergebnisse für die 3D-Matrix wie für das Bindegewebetransplantat.


Granulat statt Knochenblock

Wie man grosse horizontale Defiziten ohne autologe Knochenblöcke beheben kann, demonstrierte Prof. Istvan Urban, Budapest/USA. Er verwendet ein 1:1 Gemisch aus autologen Knochenchips und Geistlich Bio-Oss®, das er mit einer resorbierbaren Geistlich Bio-Gide® Kollagenmembran starr bukkal und lingual/palatinal fixiert. Diese „Sausage Technique“ kommt ohne formstabile Membran aus. Das hat zwei Vorteile: Zum einen wird das Augmentat besser mit Nährstoffen versorgt, weil Geistlich Bio-Gide® die Zufuhr aus dem umgebenden Weichgewebe nicht blockiert. Zum anderen ist keine Zweitoperation zur Entfernung der Membran erforderlich, da Geistlich Bio-Gide® integriert wird. Die hohe Elastizität der Membran ist nach Angaben des Speakers besonders vorteilhaft für diesen Ansatz.